Wissenschaftliche Grundlagen

Das neu entwickelte 3G-Modell beschreibt grundlegende Bedürfnisse, Eigenschaften und Verhaltensweisen von Menschen, die sich im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte bewährt und etabliert haben. Sie sind bei der persönlichen Entwicklung des Menschen von Geburt an erkenn- bzw. beobachtbar und bilden die Grundlage des Modells. Dieses bekommt somit ein empirisches Fundament und grenzt sich von vielen anderen Ansätzen ab, deren Merkmale oft rein quantitativ-statistischen Ursprungs (faktorenanalytisch gewonnene Kriterien) oder eher philosophischer Natur (z. B. Typenlehre nach C. G. Jung) sind.

  • Trennung von angelegten und erworbenen Merkmalen

    Die theoretischen Grundlagen des 3G-Modells liefert in gewisser Weise die  Entwicklungsgeschichte des Menschen, die sich ontogenetisch (Entwicklung des Individuums) in einer Art Zeitraffer wiederholt und die jene Eigenschaften bzw. Verhaltensweisen hervorbringt, die für diese Systematik bedeutsam sind. Ausschließlich sie - die anlagebedingten Merkmale - liegen im Fokus der Betrachtung, da sie bei allen Menschen in gleicher Weise nachweisbar, d. h. qualitativ verankert sind. In ihrer quantitativen Ausprägung unterscheiden sie sich jedoch von Person zu Person teils erheblich, wodurch für jeden Mensch ein ganz typisches und gleichzeitig zeitstabiles (hohe Retestreliabilität) Persönlichkeitsbild entsteht.

  • Vom Modell zur Systematik

    Mit Hilfe statistischer Rechenverfahren wurden entsprechend den Kriterien der drei Entwicklungsphasen, "Selbsterhaltung" (die ersten Monate), "Selbstbehauptung" (die Zeit danach mit der Erfahrung des Kindes von ICH und DU) und "Selbstbestimmung" (mit Eintritt der Dissoziationsfähigkeit ab ca. dem 2. Lebensjahr), voneinander weitestgehend unabhängige Merkmalscluster gebildet, die die typischen elementaren Merkmale dieser Phasen abbilden. Sie sind die Grundlage für das 3G-Modell und die daraus abgeleitete Systematik.

  • Bedeutung der Komponenten

    Zum Zweck der praktischen Anwendung sind die drei Komponenten mit der in der jeweiligen Entwicklungsphase vorherrschenden Grundorientierung gekennzeichnet.

    Bei der Selbsterhaltung spielen die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse nach Kontakt, Geborgenheit, Verlässlichkeit, versorgt sein (z. B. mit Nahrung usw.) und die zwischenmenschlichen Beziehungen als Überlebensgarant eine entscheidende Rolle. Sie schaffen die Lebensbasis schlechthin, bedeuten existenzielle Sicherheit und sind Grundlage allen Seins. Als Bezeichnung steht deshalb hierfür der Begriff "Beziehungsorientierung".

    Bei der Selbstbehauptung geht es hauptsächlich um das Verhalten im hier und jetzt und die direkte Auseinandersetzung mit anderen. Dies konkretisiert sich im Tun und Handeln und in der Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Sie ist der Motor für Entwicklung und Veränderung nach dem Prinzip der momentanen Überlegenheit. Sich zu behaupten und durch eigenes Tun konkrete Tatsachen zu schaffen, sind unverkennbare Verhaltensweisen. Spontaneität, Unermüdlichkeit, Wetteifern mit anderen und der Stolz über den „Sieg“ sind typisch für die Phase der Selbstbehauptung. Wer es geschafft hat, ist der „Bestimmer“. In sozialen Kontexten bilden sich Rangordnungen, die Grundlage für Statusempfinden. Aufgrund von Aktivität und Dynamik als durchgängig beobachtbares Wesensmekmal ist die treffenste Bezeichnung für diesen Persönlichkeitsanteil "Handlungsorientierung". Nur über das Handeln ergibt sich eine substanzielle Veränderung bzw. Weiterentwicklung sozialer Systeme. Das "Gewinnenwollen" dieser wettbewerbsgeprägten Phase ist bei allen Kindern - wiederum mit individuell unterschiedlicher Ausprägung - eindrücklich zu beobachten, ebenso die Freude darüber, wenn es gelungen ist, "der Beste" zu sein.

    Selbstbestimmung setzt die Fähigkeit voraus, sich dissoziieren zu können, d. h. sich mental aus dem assoziierten Treiben herauszunehmen und dieses gewissermaßen von außen zu betrachten. Nun beginnt das Phänomen "Zeit" eine wichtige Rolle zu spielen, denn sie schafft ein Ordnungssystem, mit dessen Hilfe Abläufe dargestellt und Ereignisse miteinander in Bezug gebracht werden können. Nun ist es möglich, Ursache und Wirkung voneinander zu trennen und Kausalbezüge herzustellen. Wichtige Voraussetzungen hierfür sind, sich zu distanzieren, sich zurückzuziehen und sich abzugrenzen. Vernunft, Selbstreflexion, Bedenken von Konsequenzen und der Einsatz von Hilfsmitteln sowie externer Ressourcen bekommen nun eine besondere Bedeutung. Vom Menschen selbst geschaffene Werkzeuge und die Hinwendung zu sachbezogenen Gegebenheiten, sind Kennzeichen dieses Strukturanteils. Der nüchterne Begriff "Sachorientierung" gibt dieser, auf Individualität und Rationalität beruhenden Komponente, ihren Namen.

  • Komponentenbezeichnung

    Zum Zweck einer sicheren Unterscheidbarkeit sind die drei Anteile mit den Lichtgrundfarben GRÜN (Beziehungsorientierung), ROT (Handlungsorientierung) und BLAU (Sachorientierung) gekennzeichnet. Darüber hinaus wird dadurch zum Ausdruck gebracht, dass alle drei Komponenten gleichwertig sind und im Zusammenspiel die Vielfalt der "Farben" von Persönlichkeit wiedergeben.

    Im Jargon spricht man von der Grün-, Rot- oder Blaukomponente des 3G-Modells.

  • Testgütekriterien

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